Wissenswertes rund um den Hund

Stets aktuell und wissenschaftlich fundiert finden Sie hier Wissenswertes rund um den Hund. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung und diskutieren Sie mit mir in der Hundeschule. Ich freue mich auf den Austausch. Viel Spaß und ganz viele neue Erkenntnisse wünsche ich:

Ernährung

Zur Ernährung des Hundes gibt es viele Meinungen. Ich möchte keine Form der Ernährung kritisieren. Wobei ich darauf hinweise, dass es sich hierbei nicht um eine Ideologie sondern um reine Wissenschaft handelt. Das was in den Hund rein kommt muss er verarbeiten können und es darf so wenig wie nötig wieder hinten raus kommen. Auch muss er es mögen. Hunde aus dem Tierschutz sind oft nur auf Essensreste geprägt. Wenn keine verfressene Rasse drinsteckt wird es schon mal schwierig mit der Ernährung. Das ist normal. Andererseits sollte man sich vom Hund nicht erziehen lassen und ihn auch mal hungern lassen. Vorausgesetzt er ist nicht krank oder falsch nahrungsgeprägt. Es ist also nicht einfach. Ein guter Züchter prägt den Hund auf verschiedenste Nahrung. Zudem führt einseitige Ernährung zu Allergien, nicht aber immer nur Getreide. Denn auch früher haben Hunde schon Allergien gehabt. Nur meist dachte man eben an Räude oder Flöhe. Eine neue Studie der Universität in Uppsala (nicht von Futterkonzernen finanziert) bezeugt wissenschaftlich fundiert welche Nahrung unser Haushund aufgrund seiner genetischen Voraussetzungen verarbeiten kann. Hierzu sei noch gesagt, dass Kohlehydrate schnell verfügbare Energien darstellen, was durchaus von Vorteil sein kann. Eine ausgewogene Ernährung entsprechend den Bedürfnissen des Hundes ist also angemessen. Diese Entwicklung hat parallel zur Entwicklung des Menschen stattgefunden. Auch hier fanden Nahrungsanpassungen statt. Denn zum Beispiel sind fast alle Asiaten und Afrikaner lactoseintolerant. Milch ist für uns sogar gesund und wir haben somit einen Selektionsvorteil (Frauen leiden weniger an Osteoporose). Das heißt nun schlussendlich, dass Anpassungen an neue Nahrungsquellen einen Selektionsvorteil in der entsprechenden ökologischen Nische bedeuten (schon seit Darwin bekannt). Die Anpassung an neue Nahrungsquellen bei der Entwicklung vom Wolf zum Hund haben Wissenschaftler nun anhand genetischer Veränderungen belegt. Hier ist aber auch anzumerken, dass es ursprüngliche Rassen gibt, die den Wölfen noch genetisch näher stehen (nordische Rassen). Also wie bei allem: nicht alles über einen Kamm scheren. Im Zweifel fragen Sie Jemand, der sich auskennt und erfahren ist. Hier nun endlich der Link zur Studie.

Kastration

Kastration beim Hund ist ein heikles Thema. Es ist und bleibt ein operativer Eingriff, der meiner Meinung nach einer medizinischen Indikation bedarf. In Sonderfällen kann auch hormonbedingter Stress die Gesundheit des Hundes so beeinflussen, dass eine Kastration Abhilfe schaffen kann. Ob es nicht auch andere Möglichkeiten der Behandlung gibt, werden hoffentlich neue medizinische Studien zu diesem Thema zeigen. Die Entwicklung ist auf einem guten Weg und ich befürworte dies sehr. Auch Tierärzte ändern langsam ihre Meinung und das finde ich gut. Hier ist der Link. Vielen Dank Dr. Rückert für die fundierte wissenschaftliche Ausarbeitung des Themas.

Tipps zur Welpenerziehung

Vorab, bitte achten Sie bei der Welpenerziehung auch auf Ihr Bauchgefühl und den normalen Menschenverstand beim Auswerten der vielen verschiedenen Meinungen. Ziehen Sie sich somit das Beste und Passendste aus den folgenden Ausführungen heraus. Für Fragen stehe ich gerne bereit.

Allgemeines

Grundsätzlich geht es bei der Hundeerziehung darum unerwünschtes Verhalten zu ignorieren/mit einem Nein zu belegen und erwünschtes Verhalten zu loben. Ein Lob kann ein Fein, ein Leckerchen, ein kurzes Spiel, ein Lächeln oder eine Berührung und vieles mehr sein. Ein Nein sollte genau trainiert werden, damit der Sinn vom Hund verstanden wird. Ein hündisches Knurren wird dagegen sofort verstanden. Ein Lob sowie ein Nein sollte spätestens innerhalb einer Sekunde nach dem erwünschten Verhalten erfolgen, damit es die gewünschte Wirkung erzielt. Viele Worte, die wir Menschen verwenden müssen dem Hund erst‚ übersetzt‘ werden. Daher ist es wichtig zunächst eine gewünschte Aktion des Hundes mehrmals zu benennen. Ein Beispiel: Der Hund sitzt und ich sage ‚Sitz‘. Auf diese Art und Weise erfolgt ein präziseres und schnelleres Lernen des Hundes und der Hund wird nicht durch Missverständnisse verwirrt.

Treppe rauf und runter tragen

Auch ich habe gelernt, dass ein Welpe, vor allen Dingen Hunde größer werdender Rassen, keine Treppen und längere Spaziergänge machen sollte. Dies habe ich auch vermittelt. Es kam mir jedoch schon immer unlogisch vor dies meinen Kunden zu erzählen während die Welpen auf dem Hundeplatz wie die Berserker in der Hundestunde umhertobten. Auch hier danke ich Herrn Prof. Dr. Fischer für den fundiert wissenschaftlichen Artikel. In diesem Zusammenhang lernen wir den Begriff 'fürsorgliche Belagerung' (Heinrich Böll). Warum wir Menschen die Fürsorge gegenüber unseren Hunde übertreiben (auch ich erwische mich das ein oder andere Mal dabei) ist ein anderes aber äußerst interessantes Thema. Jeder sollte einmal für sich darüber nachdenken. Hier der Link zum Artikel.

Hochspringen

Ein Welpe möchte durch Hochspringen erreichen, die Mundwinkel des Menschen zur Begrüßung zu lecken. Die Intention des Hochspringens ist folglich eine höfliche Hundegeste. Alles Schimpfen würde den Hund verwirren. Beugen Sie sich also rechtzeitig schon zur Begrüßung zu ihrem Hund herunter, um das selbstbelohnende Verhalten des Hochspringens zu unterbinden. Versuchen Sie sich genau dann zu Ihrem Hund herunterzubeugen, wenn er zum Beispiel sitzt, um ein alternatives Begrüßungsritual (Hund setzt sich anstatt zu springen) zu trainieren.

Selbst ein Zurückweichen des Menschen oder Wegschubsen des Hundes beim Hochspringen reicht dem Hund als Belohnung. Dadurch wird das Verhalten verstärkt. Bei extremen Springern bleiben Sie ruhig stehen mit hoch abgewandter Nase und angewinkelten Armen weg vom Hund. Wenn sich der Hund dann verwirrt setzt, sollte er dafür sofort in ruhigem Ton gelobt werden.

Beißhemmung

Hunde untereinander bringen sich Beißhemmung durch hohes ‚Quieken‘ bei. Sobald einer beim wilden Spiel zu hart von den Zähnen des Anderen erwischt wird, lässt der wild um sich beißende von diesem ab. Das Quieken bedeutet ‚Aua‘ das tut weh. Sobald er also auch nur ansatzweise in einen Menschen zwickt, sollte dieser laut ‚Quieken‘. Sobald der Hund aufhört, sollte er ruhig gelobt werden. Um seinen ‚Kautrieb‘ zu befriedigen sollte man sich einen Kong besorgen. Diesen gibt es für jeden Hund in der passenden Größe im Zoofachhandel. Man kann ihn dann mit seinem Trockenfutter und Büffelhaut oder ähnlichem schön feste stopfen.

Unreinheit

Gehen Sie alle zwei Stunden und eine Viertelstunde nach dem Fressen, dem Spielen und nach dem nervösen Herumschnüffeln noch mal auf den Platz an dem sich der Hund am häufigsten löst. Bringen Sie nachts den Welpen in einer großen Kiste neben dem Bett unter, oder schlafen Sie beim Welpen, (damit man merkt, wenn er raus muss).Sollte im Haus einmal etwas daneben gehen, falten Sie eine dicke Zeitung zusammen, damit sie sich die selber um die Ohren hauen können, wenn Sie diesen Moment verpasst haben ;-); und geben sie ihrem Hund eine kurze Auszeit, indem Sie ihn kommentarlos kurz aussperren und den Fleck entfernen. Dies sollte er nicht sehen, da er sonst mitbekommt, dass sie der Stelle Aufmerksamkeit widmen und diese aus ihrer Sicht eventuell somit interessant finden. Durch korrekte Reinigung mit Geruchsentfernern auf enzymatischer oder bakteriologischer Basis aus dem Zoofachhandel riechen diese Stellen, selbst für Hundenasen, nicht mehr nach Toilette. Der Hund sollte erst dann wieder Zugang zu der Stelle bekommen, wenn sie vollständig abgetrocknet ist.

Artgerechte Beschäftigung

 

Die gemeinsame Arbeit und das gemeinschaftliche Erleben ist das, was ein Rudel ausmacht, es zusammenschweißt und zu einem ausgeglichenen Wesen führt. Bestärktes Lernen ist für Mensch und Hund befriedigend und hat eine wichtige Sozialfunktion. Hochspezielle Fähigkeiten des Hundes und, damit verbunden, eine oft beeindruckende Hirnkapazität liegen oft brach und können beim Hund zu teils erheblichem Problemverhalten führen.

Es gibt aber auch das andere Extrem, welches genauso zu Problemverhalten beim Hund führt. Der Mensch beginnt von Anfang an, den Arbeitshund stark auszulasten. Das Problem in diesem Zusammenhang ist nur, dass allzu oft Auspowern mit Auslasten verwechselt wird. Der Hund steht praktisch ständig unter Strom, hat kaum mehr Zeit zu entspannen und gerät in einen dauerhaften Erregungszustand. Desweiteren kann zum Beispiel das konditionierte Hinterherlaufen von Bällen ein selbstbelohnendes Suchtmittel werden. Dauerndes Ballwerfen ist auspowern und keine artgerechte Beschäftigung. Gegen kontrolliertes Ballwerfen verbunden mit Impulskontrolle dagegen ist nichts auszusetzen.

Ein artspezifisches Grundbedürfnis aller Hunde ist das Jagdverhalten in verschiedenen Abwandlungen. Wenn der Hund aus verständlichen Gründen keine natürliche Beute jagen darf, so müssen wir ihm die Möglichkeit bieten, seine Jagdmotivation an einer Ersatzbeute auszuleben. Es wäre also grundsätzlich zu überlegen, ob unser Hund nicht einen Teil seines täglichen Futters erarbeiten sollte. Wir haben nicht nur das Recht Kommandos zu geben, sondern sind vielmehr in der Pflicht und tragen die Verantwortung dafür, Arbeit zu beschaffen, für die Rangniederen zu sorgen und sie zu beschützen, wenn es nötig ist. 

Stellen Sie zum Beispiel Ihrem Hund nicht jeden Abend um die gleiche Zeit seinen Futternapf hin, sondern verstecken Sie den Napf doch einmal draußen im Garten und lassen den Hund suchen. Oder nehmen Sie einen Teil der täglichen Futterration auf Ihren nächsten Spaziergang mit und legen Sie eine Fährte. Das Legen und Suchen von Futterfährten, das gemeinsame Erlebnis, Erfolg bei der „Jagd“ zu haben, stärkt die Bindung und lastet den Hund ungemein aus. Achten Sie beim Spaziergang darauf, wie oft Ihr Hund zurückblickt. Sie werden überrascht sein. Trainieren Sie sich nun selbst darauf zu reagieren. Erwidern Sie dieses Schauen mit einem Lob (FEIN), einen kurzen Nicken, einem Kommando (z. B. Lauf) oder einer Richtungsanzeige mit dem Arm. Der Hund lernt hier nebenbei auch, dass der Mensch der Verwalter der stark belohnenden Ressource Jagdspiel ist.

Beobachten Sie ihren Hund beim gemeinsamen Jagen. Springt er ins hohe Gras oder buddelt nach Mäusen? Belegen Sie diese Handlungen mit einem Kommando zum Breispiel ‚Wo ist die Maus‘. Werfen Sie ein Spielzeug ins Gras, ohne dass der Hund es sieht oder legen ein Leckerchen in ein Mauseloch und sagen ‚Wo ist die Maus‘. Das ist neben einer wunderbaren artgerechten Beschäftigung somit auch ein Gehorsamkeitstraining. Der konditionierte Ruf ‚Wo ist die Maus‘ verspricht einem Hund, der gerade eigenständig zu jagen versucht die passende Belohnung nämlich ein eingeübtes und mit Sicherheit Belohnung versprechendes Jagdspiel. Dieser Ruf dient auch in wichtigen Situationen als zuverlässiger Super Rückruf.

 

 

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